Diaz: déjà vu

Diaz déjà vu

Premiere: 04. Juni 2011, Neues Schauspiel Leipzig
Weitere Aufführungen: 05. Juni 2011, Neues Schauspiel Leipzig | 07. Juli 2011,  LOFFT – DAS THEATER | 13. + 14. Oktober 2011, LOFFT – DAS THEATER

Da klickt und klackt etwas. Das Rauschen eines alten Diaprojektors. Und ein weißes Viereck starrt den Zuschauer an. Sonst nichts? Klick. Plötzlich lösen sich Schatten aus dem Dunkeln und werden sichtbar im Licht. Sie formieren sich zu Wesen aus anderen Räumen des Ich. Klick. Sie fallen ein in die systematische Kommunikationslosigkeit, einem Spiel aus Fragen und Antworten. Klick. Sie bahnen sich einen Weg ans Licht, aber auf Fotos bannen lassen sie sich nicht. Klick. In einem Moment drängt ein Beat die Körper in einen mechanischen Takt, wovon er sie im nächsten Moment durch Störgeräusche wieder befreit. Klick. Tag. Klick. Nacht. Klick. Schlaf. Klick. Wach. Klick. Klick. Klick. Klick.

Am 4. Juni 2011 kam die zweite FormLos-Inszenierung im Neuen Schauspiel Leipzig zur Premiere. Im Zentrum der Produktion „Diaz: déjà vu“ steht ein alter Diaprojektor, dessen charakteristisches Klick-Geräusch zur Taktung einzelner Szenen dient. Diese reihen sich collagenartig aneinander und basieren ein weiteres Mal auf der textlichen Grundlage von Laura Kröner. Thematisch stehen sie nicht immer in direktem Zusammenhang, vielmehr wird eine Verbindung hergestellt durch den permanenten Einsatz des Diaprojektors. Dessen quadratische Projektion auf eine auf der Bühne angebrachten Leinwand gibt gleichzeitig den Rahmen vor, in dem die Spielerinnen sich bewegen. Eine Schaukel verbildlicht den Kerngedanken aller loser in Zusammenhang stehenden Texte: Es handelt sich hierbei um Gedanken des Ausbruchs aus Alltagsgrenzen, unbewusst oder gänzlich beabsichtigt.

Die Musik wird live eingespielt von Musiker Phillip Pape.

„Ein Spiel mit Form und Bewegung, mit Körper und Fläche. Geschickt strukturiert durch das Klicken der Diawechselmechanik. Das funktioniert wie Filmschnitt: ein Sekunden-Black von Szene zu Szene. Nein, das erfindet nichts neu, aber es ist tatsächlich etwas Eigenes, ein autonomer Ansatz, dem man gebannt folgt.“ (Leipziger Volkszeitung, 15. Oktober 2011)

Autorin: Laura Kröner | Regie: Felicia Daniel, Laura Kröner | Musik/Sound: Phillip Pape | Organisation: Sabrina Anders | Performerinnen: Linn Kleingärtner, Fabienne Mentzel, Maria Schmidt, Miriam Seise

Bilder | Trailer